Ausgezeichnet mit dem Kurt Hackenberg Preis für politisches Theater 2025
Was bedeutet Widerstand? Wann werde ich aktiv? Und warum?
Das fragen sich auch Anna und Otto Quangel – basierend auf ihren Gestapo-Akten schuf Hans Fallada den ersten deutschen Widerstandsroman nach dem Krieg. Lange waren die Quangels Mitläufer:innen im NS-Regime, nun wollen sie Widerstand leisten. Doch sie sind stille Menschen, die mit lauter Gegenwehr oder dem organisierten Kampf im Untergrund nichts am Hut haben. Welche Form des Widerstands passt zu ihnen?
Die beiden Schauspieler:innen Lisa Bihl und Jonas Baeck führen das Publikum in den Rollen von Otto und Anna Quangel auf einem Audio-Walk durch Köln bis zum ehemaligen Messelager. Verbunden wird Falladas Roman mit realen Überlebensgeschichten von NS-Verfolgten. Die Geschichte einer als jüdisch verfolgten Person wird dabei von Eva Majbour vom Verein Zweitzeugen e.V. weitererzählt. Die junge Sintiza Alana Polak erzählt ihre persönliche Familiengeschichte weiter und repräsentiert damit die Perspektive Kölner Sinti.
In einer Zeit, in der ca. zehn Millionen Menschen in Deutschland rechtsextrem wählen und etwa ebenso viele Menschen sich überhaupt nicht an der Wahl beteiligen, geht es in dieser Audio-Walk-Performance um Mitlaufen, Mut und das Handeln im Kleinen.